‚DU BLUME VON KASTALIEN’ ODER: DIE VERBLASENHEIT HESSISCHER GLASPERLENSPIELE

 

Angesichts des Urthemas Sein und Schein, Fiktion und Wirklichkeit mag sich mancher Cineast an den Schluss von Michelangelo Antonionis Kultfilm „Blow Up“ von 1966 erinnern: der Fotograf Thomas, mit der Belichtung eines zufällig gefilmten Mordes beschäftigt, wird von einer Gauklertruppe in ein imaginäres Spiel hineingezogen: ein Tennismatch um einen unsichtbaren Ball, den Thomas am Ende aufgreift und zurückwirft. Das heißt: er vergisst den Mord und nimmt die Dimension der Fiktion an, die hier auf die Ebene des Spiels gehoben wird. Das Spiel als höhere Wirklichkeit um einen nicht real existierenden Ball – hier knüpft Antonioni bewusst oder unbewusst an das Ballett „Jeux“ des Tänzers Nijinsky an, zu dem Claude Debussy eine faszinierend moderne Musik schrieb. In „Jeux“ ist der Ball zwar sichtbar, kommt aber aus dem Nirgendwo – als ein ‚Spielball’ im Sinne des Wortes.

In „Blow Up“ soll das Spiel mit dem Phantom– hier: einem ausgelöschten Mord - an die Stelle der Realität treten; in der Manier italienischer Illuministen wirft uns Antonioni mittels der Pantomime den unsichtbaren Ball zu.

Etwas entfernt Ähnliches will der Dichter Hermann Hesse am Anfang seines umfangreichen Romans  „Das Glasperlenspiel“ vermitteln: die Darstellung gewisser Dinge, deren „Existenz weder beweisbar noch wahrscheinlich ist“. Diese ‚gewissen Dinge’ behandeln ebenso wie Debussys „Jeux“-Ballett und der Film „Blow Up“ die Scheinebene des Spiels: hier das Glasperlenspiel.

Sinnigerweise verwahrt sich Hesse - gut 20 Jahre vor Antonioni - gleich vor dem Verdacht, in die Nähe italienischer Gaukler und Illuministen zu geraten:

-         nicht ‚leichtfertige’, sondern ‚gewissenhafte’ Menschen  sollen uns diese gewissen, nichtseienden Dinge vorführen. Um die redliche Absicht geradezu scholastisch zu unterfüttern, verklausuliert Hesse seine Präambel in das (von Franz Schall rückübersetzte) Mönchslatein-Traktat eines gewissen Albertus Secundus:

-          

Z  „ ... non entia enim licet quodammodo levibusque hominibus fascilius atque incuriosius verbis reddere quam entia...“

„ ... denn mögen auch in gewisser Hinsicht und für leichtfertige Menschen die nicht existierenden Dinge leichter und verantwortungsloser durch Worte darzustellen sein als die seienden, so ist es doch für den frommen und gewissenhaften Geschichtsschreiber gerade umgekehrt: nichts entzieht sich der Darstellung durch Worte so sehr und nichts ist doch notwendiger, den Menschen vor Augen zu stellen, als gewisse Dinge, deren Existenz weder beweisbar noch wahrscheinlich ist, welche aber eben dadurch, dass fromme und gewissenhafte Menschen sie gewissermaßen als seiende Dinge behandeln, dem Sinn und der Möglichkeit des Geborenwerdens um einen Schritt näher geführt werden.“

 

Mit seinem latinisierten Motto musste Hesse ein Platz im Prunkgebäude des deutschen Bildungsromans sicher sein. Denn deutlicher konnte der Katheder-Zeigefinger nicht gereckt werden. Um nur ja jeder Art von Flatterhaftigkeit à la Fledermaus-Motto entgegenzuwirken:

Z  „ Alles was dir Sorge macht/ war ein Scherz, von mir erdacht“

schärft uns Hesse gleich zu Beginn auf gut lateinisch wie deutsch ein, dass es sich hier zwar um ein Spiel handele, ein Spiel jedoch, das man so unspielerisch wie möglich, nämlich mit tiefem Ernst handhaben müsse. Und Ernst ist geboten angesichts einer Epoche, die von Hesses fiktivem Literarhistoriker Plinius Ziegenhals als „Feuilletonistisches Zeitalter“ gebrandmarkt wird. Diese Feuilleton-Zeit ist natürlich unsere Zeit, deren Oberflächlichkeit von Hesse bereits in den vierziger Jahren prophetisch erkannt und schonungslos demaskiert wurde:

 

Z  „ Wechselte ein berühmtes Gemälde den Besitzer, wurde eine wertvolle Handschrift versteigert, brannte ein altes Schloss ab, fand sich der Träger eines altadligen Namens in einen Skandal verwickelt, so erfuhren die Leser in vielen tausend Feuilletons nicht etwa nur diese Tatsachen, sondern bekamen schon am selben oder doch am nächsten Tage auch noch eine Menge von anekdotischem, historischem, psychologischem, erotischem und anderem Material über das jeweilige Stichwort, über jedes Tagesereignis ergoss sich eine Flut von eifrigem Geschreibe, und die Beibringung, Sichtung und Formulierung all dieser Mitteilungen trug durchaus den Stempel der rasch und verantwortungslos hergestellten Massenware.

 (...)  Es war, wie in jenem chinesischen Märchen, die ‚Musik des Untergangs’ erklungen,  wie ein langdröhnender Orgelbass schwang sie jahrzehntelang aus, rann als Korruption in die Schulen, die Zeitschriften, die Akademien, , rann als Schwermut und Geisteskrankheit in die meisten der noch ernst zu nehmenden Künstler und Zeitkritiker, tobte sich als wilde und dilettantische Überproduktion in allen Künsten aus.“

 

Doch halt – hat nur Hermann Hesse  die ‚Abenddämmerung’ der Verfallzeit ‚prophetisch erkannt’? Stößt nicht Wilhelm Busch bereits 70 Jahre vor ihm ganz ähnliche Lamenti – nur spürbar ironischer – über das Feuilletonzeitalter aus?

 

Z  „ Ach ja ja!... so seufz ich immer;/ denn die Zeit wird schlimm und schlimmer./

Oder kann in unsern Tagen/ Einer wagen nein! zu sagen,/

Der mit kindlichem Gemüth,/ morgens in die Zeitung sieht??/

Hier Romane, dort Gedichte,/ Malzextract und Coursberichte;/

Näh- und Mäh- und Waschmaschinen,/ Klauenseuche und Trichinen - - /

Dieses druckt man groß und breit,/ Aber wo ist F r ö m m i g k e i t ???“

 

Bei seiner Aufzählung journalistischer Monströsitäten verschweigt Hesse auch ein gewisses Spiel nicht, das sich Kreuzworträtsel nennt und das zur ‚grauenvollen Entwertung des Wortes’ erheblich beiträgt. Vielleicht ahnt schon mancher Leser: der gespenstischen Plattheit des Kreuzworträtsels wird als Korrektiv höherer Geistigkeit das Glasperlenspiel entgegengesetzt. Und statt also nach dem Autor des Steppenwolfes – senkrecht, fünf Buchstaben – zu suchen, fragen wir nun nach dem erhabenen Magister Ludi, der uns ein Spiel mit allen Werten und Inhalten der Kultur unter der ‚ewigen Idee’ einer Einheit von Wissenschaft und Kunst vorführt. Auch den deutschen Barockkomponisten – waagerecht, vier Buchstaben – brauchen wir nicht auszuknobeln, da uns Hesse den wundervollen Fund elf verschollener Bach-Manuskripte vermeldet. Hierdurch und durch die Gründung des Bundes kontemplativer Morgenlandpfadfinder – pardon: Morgenlandfahrer: das Hessische Synonym für die wahren Künstler - gegen die Entartung des Abendlandes – durch diese sphärischen Ereignisse also werden die Geburtswehen des Glasperlenspieles eingeleitet. Da Verbum: das Wort durch Feuilleton und Kreuzworträtsel verpestet ist, muss (wieder einmal) die Schwesterkunst Musik als Retterin fungieren. Im Reisebus der Morgenlandfahrer sitzen nämlich auch wundersame

 

Z  „ Musikanten und Sänger, von welchen versichert wird, dass sie die Fähigkeit besaßen, Musiken früherer Epochen in der vollkommenen alten Reinheit auszuführen“

 

also lauter Harnoncourts, Dellers, Koopmanns, Minkovskys, Renè Jacobs und andere Barockpuristen, die es verstehen ‚Händel ohne Schwellungen und Abschwellungen’ (!) zu spielen. Nach dieser wiederum prophetischen Sicht auf authentische Musikpraxis wird nun endlich der Glasperlen-Spielextrakt in der Hessischen Alternativküche gebraut; etwa in der Art von Kaspars Freikugeln in der Wolfsschlucht, nur ganz undämonisch heiter und altersweise verrät uns der Autor sein Glaskugelrezept:

 

Z  „ Wir haben uns den Quellen genähert, aus welchen unser heutiger Kulturbegriff entstanden ist. Eine der wichtigsten war die jüngste der Wissenschaften, die Musikgeschichte und musikalische Ästhetik, sodann ein bald darauf erfolgter Aufschwung der Mathematik, hinzu kam ein Tropfen Öl aus der Weisheit der Morgenlandfahrer und jene tapfere Stellungnahme zum Problem der Kulturlebensalter. Das wichtigste Ergebnis dieser neuen Einstellung war die allmähliche Loslösung der Geistigen aus dem Weltbetrieb und – nicht minder wichtig und die Blüte des Ganzen: das Glasperlenspiel.“

 

Der Ausdruck ‚Spielextrakt’ übrigens ist nicht vergriffen, sondern beruft sich auf Hesse selbst:

 

Z  „ Wir halten die klassische Musik für den Extrakt und Inbegriff unserer Kultur, weil sie ihre deutlichste, bezeichnendste Gebärde und Äußerung ist. Wir besitzen in dieser Musik das Erbe der Antike und des Christentums, einen Geist heiterer und tapferer Frömmigkeit, eine unübertrefflich ritterliche Moral. Die Gebärde der klassischen Musik bedeutet: Wissen um die Tragik des Menschentums, Bejahen des Menschengeschicks, Tapferkeit, Heiterkeit!“

 

Mit dem schalen Wein ritterlicher Musikmoral nun löscht Hesse sein Spielgebräu ab. Leider können wir nicht ergründen, was Friedrich Nietzsche zu dieser Umbiegung seines Amor-Fati-Begriffes, zu dieser Altherren-Heiterkeit und musikalischen Rittermoral gesagt hätte. Eine Absicht unseres Ludi Magister ist jedenfalls klar: der Leser soll sich unter dem Glasperlenspiel etwas Ominöses, Geheimnisvolles, mit dem Schleier der Maja mystisch Umwobenes vorstellen, ein aus raunender Vergangenheit hervorgeholtes und ins Halbdunkel einer utopischen Gegenwart getauchtes Rätselspiel des Universums. Und dazu spielen die Altmeister Prätorius, Purcell, Pachelbel und Palestrina auf. Von der Maya ist ja auch ausgiebig die Rede, vor allem am Schluss des nicht gerade ereignisreichen Romans, der mit drei fiktiven Lebensläufen des Helden endet, die der Autor für den vielleicht gelungensten Teil seines Werkes hält. Der dritte dieser Fiktionen ist ein Wunschbild Hesses: die ins Indische transponierte Vita Dasas – auf deutsch: Knecht - , der sich als wahrer Protestant nichts sehnlicher wünscht als Bilderlosigkeit und Stillstand des Daseins:

 

Z    Dasa stand noch immer wie betäubt und gelähmt. Wieder schwankte in seinen Händen die Schale, und Wasser floss nieder, klatschte kühl und seine Zehen und verrann. Was sollte er tun? Die Schale wieder füllen, sie zum Yogin zurücktragen, sich von ihm auslachen lassen für alles, was er im Traum erlitten hatte? Es war nicht verlockend. Er liess die Schale sinken, goss sie aus und warf sie ins Moos. Er setzte sich ins Grüne und begann ernstlich nachzudenken. Er hatte genug und übergenug von dieser Träumerei, von diesem dämonischen Flechtwerk von Erlebnissen, Freuden und Leiden, die einem das Herz erdrückten und das Blut stocken machten und dann plötzlich Maya waren und einen als Narren zurückließen, er hatte genug von allem, er begehrte nicht Frau noch Kind mehr, noch Thron noch Sieg noch Rache, nicht Glück und nicht Klugheit, nicht Macht und nicht Tugend. Er begehrte nichts als Ruhe, nichts als ein Ende, erwünschte nichts anderes, als dieses sich ewig drehende Rad, diese endlose Bilderschau zum Stehen zu bringen und auszulöschen.“

 

Nach den häufigen Ausflügen ins Chinesische und Indische ist es eigentlich erstaunlich, dass der fiktive Erfinder des Glasperlenspiels kein Yogi oder Brahmane ist, sondern ein gewisser Bastian Perrot aus dem schwäbischen Calw, ein

 

Z  „ etwas wunderlicher, aber kluger und gesellig-menschenfreundlicher Musiktheoretiker.“

 

Hinter diesem Tüftler steckt Hesse selber, da der Dichter ja aus selbigem Calw stammt und dort ein Jahr als Praktikant in der Turmuhrenfabrik Perrot arbeitete; der Name Bastian leitet sich wohl vom Sebastian der 11 Manuskripte her. Dass nun aber das Glasperlenspiel nicht in Kalkutta, sondern in Köln, genauer: an der Kölner Musikhochschule ersonnen wurde, ehrt und erfreut alle  Absolventen dieses ehrbaren Institutes. Und auch das Schwanken des Romans zwischen deutscher Enge und indischer Weite, zwischen Dresden und Antlantis, Calw und Karma darf nicht verwundern, wenn man bedenkt, dass einer der berühmtesten Absolventen der Kölner Musikhochschule: Karlheinz Stockhausen zwar aus Köln-Mödrath stammt, sich recht eigentlich aber auf dem Sirius zu Hause fühlt. Überhaupt darf ja neben dem indischen Mantra die heimische Scholle nicht fehlen, sonst käme sich der Leser  verloren vor...

Aus eigener Anschauung mag man sich dieses von Hesse so traulich beschriebene Kölner Seminar vorstellen, wo der über „Blüte und Verfall der Kontrapunktik“ räsonnierende Meister Perrot bei den Studenten eine ‚ziemlich weit entwickelte Spielgewohnheit’ provoziert:

 

Z  „ sie riefen einander in den abkürzenden Formeln ihrer Wissenschaft beliebige Motive oder Anfänge aus klassischen Kompositionen zu, worauf der Angerufene entweder mit der Fortsetzung des Stückes oder noch besser mit einer Ober- und Unterstimme, einem kontrastierenden Gegenthema und so weiter zu antworten hatte. Es war eine Gedächtnis- und Improvisierübung, wie sie ganz ähnlich ( wenn auch nicht theoretisch in Formeln, sondern praktisch am Cembalo, , mit der Laute, der Flöte oder der Singstimme) möglicherweise einst bei eifrigen Musik- und Kontrapunktschülern in der Zeit von Schütz, Pachelbel und Bach mochte im Schwange gewesen sein.“

 

Es wird nun Zeit, auf den Helden unseres Bildungs- und Musikromans zu sprechen zu kommen: Magister Josephus oder bürgerlich: Josef Knecht. Nur zu schnell drängt sich die Nähe zu Franz Kafkas Josef K. auf, wobei Hesse dieses K in protestantischer Selbstbescheidung  zu Knecht degradiert. Ohnehin ist Hesse als Autor des Romans „Unterm Rad“ für diesen Namen prädestiniert, ob er hierbei nun beim Hegelschen Herr-Knecht-Begriffspaar oder bei Tolstois Novelle „Herr und Knecht“ Anleihe macht.  Denn ums Dienen am Werk oder hier: am Spiel geht es vor allem; Knecht ist also schon durch seinen Namen auserkoren, integraler Bestandteil eines mysteriösen Ganzen zu werden, in dem Ein-und Unterordnung, Gehorsam und knechtische Selbstaufgabe Alles sind. So scheint es; liest man aber den folgenden Satz, gerät man in Verwirrung, - oder ist der Autor verwirrt?

 

Z  „ Dieser merkwürdige Mann war im Laufe der Jahre wirklich Knechts Freund geworden. Er war gegen Knecht, in dem er außer dem Geist auch etwas wie eine Herrennatur bewunderte, von einer rührenden Ergebenheit...“

 

Noch an anderer Stelle ist von Knechts Herrschernatur die Rede. Wahrscheinlich will uns Hesse suggerieren: Knechts Wesen ist herrschaftlich dem Einzelnen, dienend dem Ganzen gegenüber.  Auch das Entgegentreten des Helden einer Behörde gegenüber soll fraglos kafkaeske Dimensionen öffnen à la „Prozess“, ‚Vor dem Gesetz’ und „Schloss“. Gegenüber den zahllosen Schwierigkeiten, Fragen, Rätsel und Leiden allerdings, in die sich Josef K. mit der Schloss- und Prozesswelt verstrickt, ist der Weg und Aufstieg unseres Josephus innerhalb der Spielbehörde von ebenso erstaunlicher wie erfreulicher Gradlinigkeit gezeichnet. Knecht hat eben doch die besseren Karten, besseren Leistungen und Zäsuren; vom prüfenden Meister, der nach künftigen Glasperlenspielern Ausschau hält, wird Josef zum polyphonen Spieldialog am Beispiel eines Liedsatzes aufgefordert, den der Brave glänzend besteht:

 

Z  „ Nach einer Weile hörte der Alte auf.  ‚Ist es nun genug?’ fragte er. Knecht schüttelte den Kopf und begann von neuem, heiter fiel der andre mit seinen drei Stimmen ein, und die vier Stimmen zogen ihre dünnen, klaren Linien, sprachen miteinander, stützten sich aufeinander, überschnitten sich und umspielten einander in heitern Bogen und Figuren, und der Knabe und der Alte dachten an nichts andres mehr, gaben sich den schönen verschwisterten Linien hin und den Figuren, in ihrem Netz gefangen musizierten sie, wiegten sich leise und gehorchten einem unsichtbaren Kapellmeister.“

 

‚Böse Menschen kennen keine Lieder.’ Wo bei Kafka die Welt aus den Fugen ist, fügt sie sich bei Hesse fein und säuberlich durch Fugenemsigkeit und Stimmreinheit. Josef K’s Erwähltheit besteht im Ausgestoßensein; Josef Knecht hingegen wird gleich Eliteschüler, kommt in die Liste der Erwählten, das goldene Buch genannt, von respektlosen Schülern dagegen Streberkatalog betitelt. Er ist ein Einser-Kandidat ( oder nach Ludwig Thoma ein „Brucheinser und auch sonst von mässigem Verstande“). Kurios, wie Hesse Gegenstimmen sogleich unterdrückt angesichts der stillen Einfalt und edlen Größe seines Helden. So kann man angesichts beängstigender Gradlinigkeit unseres keuschen wie knechtischen Joseph diese Sonderform eines Bildungsromans durchaus Streberroman nennen:

 

Z  „ So von innen beginnend und wachsend bis zur Begegnung und Bestätigung des Innen und Außen vollzog sich die Berufung bei Josef Knecht in vollkommener Reinheit; er hat all ihre Stufen durchlaufen, alle ihre Beglückungen und alle ihre Beängstigungen gekostet.“

 

Die Probleme, Ängste und Krisen des Helden werden nicht verschwiegen. Stets aber kommen Läuterung, Heilung und Lösung vom Orient daher, doch nicht in Form des

‚ Ex oriente lux’, sondern in Gestalt des deutschen Yogi, der im Bambusgehölz an seinem Goldfischteich hockt und sich mit Mantren und Tantren aller Art umgibt. Das Losungswort heisst: Meditation. Wieder einmal antizipiert der prophetische Hesse eine Zauberformel der späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahre. Man muß sich einmal selber den – übrigens teuren – Mysterien der transzendentalen Meditation unterzogen haben, man muss die überirdische Zeremonie erlebt haben, in der man vom Meister sein – angeblich höchstpersönliches - Mantra empfing, man muss die erhebende Spannung der Gruppenmeditation inhaliert haben, gefolgt von ätherischem Teegeschlabber zu Rhavi-Shankar-Klängen, - um des Musikmeisters Eloge aufs Meditieren rückhaltlos bejahen zu können. Jede Spannung, jedes psychische Problem wurde damals wegmeditiert. Und die heimischen Yogis schwebten `´ völlig vergeistigt´` an ihren Schülern vorüber wie Ludwig Thomas’ Engel des „Münchner im Himmel“. Genauso Hesses Musikmeister. Wo Trösterin Musik versagt, interveniert Meditation. Auch für Gabrieli-Sonaten gilt: meditieren geht über interpretieren; erst dann gilt der Slogan: ‚Werd froh durch Froberger’:

 

Z  „ Es ist so, Josef: je mehr wir von uns verlangen, desto mehr sind wir auf die Kraftquelle der Meditation angewiesen, auf die immer erneute Versöhnung von Geist und Seele. Die wirklich großen Männer der Weltgeschichte haben alle entweder zu meditieren verstanden oder doch unbewußt den Weg dorthin gekannt, wohin Meditation uns führt.“

 

Die Orte, die Knechts schulische Elitelaufbahn begleiten, suggerieren tiefe Geborgenheit: Monteport, Hirsland, Eschholz, Waldzell. Der deutsche Wald – obwohl in der vom Autor angesiedelten Zukunft um 2030 stark lädiert - umgibt diesen Reinen mit aller verfügbaren Schutzfolie. Nicht zufällig lautet der Schlussatz des Romans: 

„ Dasa -alias Knecht – hat den Wald nicht mehr verlassen.“

Dazu noch Porta in Anspielung auf das sächsische Schulpforta, das Klopstock, Fichte und Nietzsche eine gediegene Bildung vermittelte. Seine Handlung siedelt der Autor in der nach Goethes „Wilhelm Meister“ zitierten ‚pädagogischen Provinz’ an und bemüht sich somit, die Provinzialität seiner Orte entsprechend hervorzuheben. Wie schon oben gesagt, setzte die Romantik  ja deutsch-provinzieller Enge stets das imaginäre Reich des Orients, des Traumes oder der Phantasie entgegen. An Hesse ist es nunmehr, diese imaginäre Traumwelt selber zu provinzialisieren, sie ‚heim ins Reich’ von Biedermeier, Butzenscheibe und Bürgermief zu holen. Diese deutsche Trinität begegnet uns in Gestalt der Provinz Kastalien, jenem  „stillsten und heitersten Bezirk unseres gebirgigen Landes“, dem Ort der Eliteschulen und Glasperlenspieler. Klangmalerisch changiert der Name Kastalien zwischen den heimischen Kastanien und dem spanischen Kastilien. Nein, weit mehr: Kastalia, das ist die heilige Quelle am Parnass zu Delphi und garantiert somit apollinische Strenge und Weisheit der Magistri Ludi. Der Leser merkt: er befindet sich im „Reich, wo alles rein ist“, also wohl eher im schönen und unterhaltsamen Land deutscher Oberlehrer. Mit seiner pedantischen Beschreibung kastalischen Schul(un)wesens rückt Hesse gefährlich in die Nähe des sonst so gemiedenen Richard Wagner: an den Davidmonolog nämlich aus dessen „Meistersingern“.

 

Z  „ Diese Schulen, kurz die  Eliteschulen genannt, sind ein weises und elastisches Aussiebesystem, durch welches die Leitung ihre Auswahl an besten Begabungen des Landes zum Nachwuchs für den Orden heranzieht. Der Zugang zu ihnen bilden nicht Prüfungen, sondern die Eliteschüler werden von ihren Lehrern nach derem freien Ermessen ausgewählt und den Behörden von Kastalien empfohlen.“

 

 „ Es wird etwa einem Elf- oder Zwölfjährigen eines Tages von seinem Lehrer bedeutet, er könne im nächsten Halbjahr in  eine der kastalischen Schulen eintreten. Die Leiter und obersten Lehrer dieser Eliteschulen bilden die `Erziehungsbehörde´´, diese hat die Leitung alles Unterrichts und aller geistigen Organisationen im Lande.

 Wer einmal Eliteschüler ist, für den kommt, falls er nicht in irgendeinem der Lehrgänge versagt und in die Normalschulen zurückgeschickt werden muß, kein Fach- und Brotstudium mehr in Betracht, sondern aus den Eliteschülern rekonstruiert sich der Orden und die Hierarchie der gelehrten Behörde, vom Schullehrer bis zu den obersten Ämtern: den 12 Studiendirektoren oder ´´Meistern´´ und dem Ludi Magister, dem Leiter des Glasperlenspiels.“

 

Z  „ Glasperlenspielmeister war damals Thomas von der Trave, ein berühmter, weitgereister und weltgewandter Mann, konziliant und vom artigsten Entgegenkommen gegen jedermann, der sich ihm näherte, in den Spielangelegenheiten aber von wachsamster und asketischer Strenge...“

 

Auch in diesem Fall ist die Namensauflösung kein Geheimnis: von der Lübecker Trave stammt Thomas Mann, dem hier das würdige Meisteramt von Kastalien vor Knechts Amtsantritt zugedacht wird. Natürlich fühlte Mann sich von dieser ihm zugewiesenen Rolle höchst geschmeichelt; er revanchierte sich, indem er um Hesses Roman in typischer Form herumparaphrasierte, ihn „wagemutig“ und „eigensinnig-groß konzipiert“(!) fand:

 

Z  „ Ich habe beim Lesen sehr stark empfunden, wie sehr das parodistische Element, die Fiktion und Persiflage einer mit gelehrten Konjekturen arbeitenden Biografie, die sprachlichen Humorigkeiten also, behilflich sind, ein solches Spätwerk fortgeschrittener Vergeistigung im Machbaren zu halten, ihm Spielfähigkeit zu bewahren.“

 

 Auch Thomas Manns einstiger Freund Ernst Bertram taucht als des Meisters ‚Schatten’ auf. Weniger geschmeichelt darf sich Nietzsche fühlen, dessen Charakterschwächen angeblich in der masochistischen Figur des Fritz Tegularius, Knechts Gehilfen, abgebildet sind. Dann wären da noch Schwan von Boberfeld alias ‚schlesischer Schwan’ des Barock Martin Opitz, und der Ludovicus Crudelis, ein perlenspielerischer Hinweis auf den Maler und Hessefreund Louis Moilliet. Mit ihm sei des allegorischen Rebus denn auch genug getan, da der Autor ja ohnehin ein erklärter Feind des Kreuzworträtsels ist.

Was hat es nun aber mit diesen nach Anordnung des Notenpentagramms auf Drähten gezogenen Glasperlen auf sich? Gewähren sie Spielfähigkeit bei „fortgeschrittener Vergeistigung“, wie Thomas Mann es sieht, oder ist es nur der impotente(hilflose) Versuch verknöcherter Intellektueller, das Knicker- und Glasmurmelspiel der Kindheit wiederzufinden?

 

Die praktische Handhabung nebst Spielregeln bleibt uns der Autor mit einer dünnen Ausrede schuldig:

 

Z  „ Diese Aufgabe bleibt späteren Zeiten vorbehalten, falls die Quellen sowie die geistigen Voraussetzungen dazu nicht verloren gehen.“

 

Wir lesen von Glasperlenspielerwochen und –Turnieren, aber unsere auf sportliche Aktualität trainierte Neugier wird nicht erfüllt. So müssen wir uns mit Esoterik, Sinnentiefe und Teleologie des Spiels begnügen:

 

Z  „ Es bedeutet eine erlesene, symbolhafte Form des Suchens nach dem Vollkommenen, eine sublime Alchemie, ein Sich Annähern an den über allen Bildern und Vielheiten in sich eigenen Geist, also an Gott. Nach einem Prozess von Wandlungen gelangt das Spiel zum Inbegriff des Geistigen und Musischen, zum sublimen Kult, zur Unio Mystica aller getrennten Glieder der Universitas Literarum“

 

Nichts weniger. Mit Begriffen wie Unio mystica, ewigem Ein und All, Ein und Aus Ur-Atem etc. ist Hesse – ähnlich wie sein Zeitgenosse Thomas von der Trave –nur  allzu schnell bei der Hand. Zudem offenbart sich im seichten Esoterik-Gewaber seines spieltrunkenen Helden der schwärmende Pietist:

 

„ Denn die Innenseite, die Esoterik des Spiels , zieht wie alle Esoterik ins Ein und All hinab, in die Tiefen, wo nur noch der ewige Atem im ewigen Ein und Aus sich selbst genügend waltet. Wer den Sinn des Spiels in sich zu Ende erlebt hätte, wäre eigentlich schon kein Spieler mehr...“

 

Was nun die geistige Spieltechnik angeht, so bestätigt sich alsbald der Verdacht, dass wieder einmal alles mit allem vermittelt wird. Ein pseudogeistiges Pingpong aller möglicher Disziplinen, ausgetauscht in einer mehr als nebulösen Anweisung:

 

Z  „ Ein Leser, welcher etwa das Glasperlenspiel nicht kennen sollte, möge sich ein solches Spielschema etwa ähnlich vorstellen wie das Schema einer Schachpartie, nur dass die Bedeutungen der Figuren und die Möglichkeiten ihrer Beziehungen zueinander und ihrer Einwirkung aufeinander, vervielfacht gedacht und jeder Figur, jeder Konstellation, jedem Schachzuge ein tatsächlicher, durch eben diesen Zug, diese Konfiguration und so weiter symbolisch bezeichneter Inhalt zuzuschreiben wäre.“

 

Nach diesem Schema werden die Frobergerfuge auf das Orakelspiel des I Ging, die Feustelsche Farbskalenlehre auf altchinesische Pinselschreibtechnik und Insektenstudien des Mittelalters auf die makrobiotische Verwendung der Schafgarbe bezogen. Das Ausmaß dieses Kulturmischmaschs erfahren wir wieder in einer Gegenstimme, der Kritik des Benediktinerpaters Jacobus am Spiel:

 

Z  „ Ihr Mathematiker und Glasperlenspieler habt euch eine Weltgeschichte zurechtdestilliert, die bloß noch aus Geistes- und Kunstgeschichte besteht, eure Geschichte ist ohne Blut und Wirklichkeit; ihr wisset genau Bescheid über den Verfall des lateinischen Satzbaues im 2. oder 3. Jahrhundert und habet von Alexander oder Cäsar oder von Jesus Christus keine Ahnung. Ihr behandelt die Weltgeschichte wie ein Mathematiker die Mathematik, wo es nur Gesetze und Formeln gibt, aber keine Wirklichkeit, nur eine ewige, flache, mathematische Gegenwart.

Ihr  seid große Gelehrte und Ästhetiker, ihr Kastalier, ihr messet das Gewicht der Vokale in einem alten Gedicht und setzt seine Formel zu der einen Planetenbahn in Beziehung. Das ist entzückend, aber es ist ein Spiel...“

 

Um Sektierereifer und enzyklopädischem Bildungstick gegenzusteuern, bemüht Hesse sich um Dialektik. Da ist der weise Benediktiner Jacobus, der von seinem theologischen Standpunkt das Klimpern der Glasperlenspieler mit geistigen Werten verachtet; und da ist vor allem der Mitschüler Knechts und Antagonist Plinio Designori. Plinio gefällt sich in der Rolle des Outsiders und Revolutionärs und nutzt jede Gelegenheit, um seine

 

Z  „ weltlichen Auffassungen und Normen den kastalischen gegenüberzustellen und sie als besser, richtiger, natürlicher, menschlicher auszugeben.“

 

Mit seinem feurigen Charakter verführt er den introvertierten Knecht und drängt ihn, sich gegen Vergleiche der Kastalier mit gut gezüchteten und gemästeten Singvögeln zur Wehr zu setzen. Auch wenn Dieser den Kontrahenten mit treffenden Argumenten zurückschlägt, unterliegt er doch auf Dauer dem Werben des weltlichen Gegenspielers. ( Sollte Hesse den Namen Designori – italienisch: Herren – bewußt als Kontrast zu Knecht gewählt haben, wäre ihm hier ein sublimer Wortgag unterlaufen; da er aber auch Knecht als Herrennatur definiert, dürfte die Namensgebung zufällig sein.) Mit der antagonistischen Beziehung Knecht-Designori betritt Hesse bewusst-unbewußt homoerotische Bahnen. Der wechselseitige Einfluß, den diese Feind/Freunde aufeinander nehmen, ist zu evident, um nicht homoerotischer Natur zu sein. Knechts Verteidigung kastalischer Tugenden beeindruckt den aufmüpfigen Designori nachhaltig und lässt ihn stets von der Welt in die Spielerstadt zurückkehren. Andrerseits ist er es, der den Entschluß Knechts, Kastalien zu verlassen, entscheidend provoziert.

 Die Dynamik dieser Freundschaft setzt sich außerdem fort in dem Interesse, das Knecht für Plinios Sohn Tito entwickelt, - ein verwöhnt-fatales Bürschchen, das seinen Lehrer alsbald in den Tod treibt. Auch hier verschleiert Hesse die Homoerotik, indem er uns den Opfertod seines hehren Helden aufschwätzen möchte. Mit der zentralen Beziehung Knecht-Designori sind wir beim Thema des reinen Männerromans, als den sich das Glasperlenspiel präsentiert. Mit dem naiven Selbstverständnis des deutschen Protestanten folgt der Autor dem Typ reiner Männergesellschaft, wie ihn etwa die Sarastro-Freimaurerwelt der „Zauberflöte“, die Gesellschaft vom Turm im „Wilhelm Meister“, die Gralsritter des „Parsifal“ und die Meisterrunde des Pfitznerschen „Palestrina“ ausbilden. Die durchaus berechtigte Anfrage einer Frau 1950 an den Autor, warum es in Kastalien nur männliche, nicht auch weibliche Eliteschulen gäbe, beantwortete Hesse damals mit entsprechender Schroffheit, da er sich noch keinem feministischen Druck ausgesetzt sah. Tatsache ist, dass Männerbündelei die Glasperlenspieler zu einer rein virtuellen Gesellschaft macht, die sie in die Nähe gewisser Science-Fiktion-Romane bringt. Man kann Hesses Flucht in die Männerwelt verteidigen mit dem Hinweis auf das Spätwerk. Doch besteht der Verdacht, dass er ohnehin inmitten dieser trocken-maskulinen Bildungsphilister keinerlei Fantasie für eine interessante Frauenfigur aufgebracht hätte. Die einzige weibliche Person: die Gattin Designoris bestätigt mit ihrer farblosen Darstellung und kühlen Ablehnung des Helden hinlänglich diesen Verdacht. Die Männerwelt einschließlich indischer und chinesischer Spruchweisheiten bildet mit ihren sterilen, anti- oder homoerotischen Ritualen einen Schutzpanzer, den sich Hesse gegen die Welt und ihre Versuchungen zugelegt hat.(Und nicht etwa nur gegen den Nationalsozialismus, der die Motivation für diesen Roman des Rückzugs bildete.) Was er an der Figur Josef Knechts vorexerziert, ist zuerst ein Abdriften in die infantile Welt der Glasperlen, sodann der scheinheilige Versuch eines altersweisen Helden, dieser Sphäre durch Niederlegung des Magisteramtes den Rücken zu kehren. Wie kläglich diese Rückkehr ins Leben ausgeht, beweist das rasche Ende Knechts: dem Autor fiel nichts mehr ein, als seinen müden Ex-Glasspieler, angestiftet vom Designori-Sohn Tito, in dem eiskalten Gewässer eines Gebirgssees ertrinken zu lassen. Hesses eigene Stilisierung des Opfertodes wird von der Nachwelt begierig aufgegriffen; es fehlt nicht der heroische Vergleich von Knechts Ende mit Hölderlins „Tod des Empedokles“ im Kraterschlund des Ätna. Doch hier drängt sich als Vergleich ein anderer, weit weniger metaphyischer Schluß auf:  der von Erich Kästners Roman „Fabian“. Fabian will einen Jungen retten, doch er selbst geht unter, weil er nicht schwimmen kann. Knecht schwimmt dem athletischen Jungen Tito nach, doch er stirbt an Herzversagen. Kästner wendet seinen Schluß satirisch gegen seinen Helden, der es nicht versteht, auf den Wogen des Zeitgeistes zu schwimmen. Noch mehr muß man ihn gegen diesen Pseudohelden, diese Papierfigur Josef Knecht wenden, die sich erst opportunistisch in der rein virtuellen Spielerwelt Kastaliens badet, um schließlich- nach ermüdender Selbstrechtfertigung seines Austritts – im kalten Wasser der Realität, mehr aber noch in der Trivialität und Seichtigkeit dieses Romans zu ersaufen.

 

Z „Es wirbt kein Jünger mehr um seinen Segen/es lädt ihn kein Magister zum Disput;

Sie sind dahin, und auch die Tempel, Büchereien/ Schulen Kastaliens sind nicht mehr... der Alte ruht im Trümmerfeld, die Perlen in der Hand,/

Hieroglyphen, die einst viel besagten,/

Nun sind sie nur noch bunte, gläserne Scherben,/

Sie rollen lautlos aus des Hochbegabten/ Händen dahin, verlieren sich im Sand...

(Musik   aufblenden)

Da ward dem Alten ein Gesicht: /

Im Geistesland auf lichtem Thron sieht er den Weltenrichter sitzen./:

„ Vor mir sind tausend Jahre wie ein Tag./Du selbst lebst viele tausend solcher Tage.(!)

Und wenn nun auch geschehen mag,/was dir als Unrecht scheint, als graue Plage,/ Blick schärfer hin: Geburt braucht Not,/Die zuckt, die schreit: es ist vollendet!/

- Dem neuen Leben geht voraus der Tod -/ Das Perlenspiel ist nicht beendet!!!!““